Die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler

Bild

Ein Schüler geht mit einer bestimmten Erwartungshaltung ins Training und macht sich sein eigenes Bild vom Lehrer. Dieses Bild bleibt nicht nur auf das Dojo beschränkt. Ein Lehrer, auch ein Meister bleibt ein Mensch mit Gefühlen und ausgeprägten Charaktereigenschaften. Auch er macht mitunter Fehler. Das kann manchen Schüler verunsichern. Aus diesem Grund sollte niemand seinen Lehrer zum Heiligen erklären und auf ein Podest stellen.

Geduld

In den Richtlinien des Bujinkan stehen Verhaltensweisen, die von Dr. Masaaki Hatsumi an uns weitergegeben werden. Diese hatte er bereits von Takamatsu Sensei als Richtlinien für das Training in den Kampfkünsten erhalten. Dieser wiederum von Toda Sensei. Einer der wichtigsten Aspekte besteht darin, dass die Geduld die Grundlage des Trainings ist.

Beziehung

Eine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler setzt besonderes Vertrauen, Respekt und Loyalität voraus.

Hatsumi Sensei sagte einmal, dass er auch 30 Jahre nach dem Tod seines Lehrers Takamatsu Sensei immer noch dessen Gegenwart spüre.

In den japanischen Kampfkünsten gibt es ein Sprichwort, welches sagt, dass die Verbindung von einer Person zu seinen Eltern ein Leben überdauert und die Verbindung zu seinen Kindern zwei Leben, aber die Verbindung zu seinem Lehrer hält mindestens 3 Leben lang.

Sollte eine geistige Verbindung zwischen Lehrer und Schüler nicht entstehen, ist das Training nicht von großem Wert und der Lehrer und der Schüler werden ihre Ziele nicht erreichen können. Darüber hinaus wirkt sich ein solches Verhältnis auch negativ auf die Gemeinschaft aus. Deshalb sollte jeder regelmäßig überprüfen und an der Beziehung zum Lehrer und der Gemeinschaft arbeiten. Der Lehrer weiß, dass es keinen perfekten Schüler gibt, aber auch keinen perfekten Lehrer.

Ob eine Lehrer-Schüler-Beziehung viele Jahre bestehen bleibt, entscheidet meist der Schüler. Vielleicht ist er zwischenzeitlich selbst zum Sensei geworden. Er wird jedoch immer seinen alten Meister haben, selbst wenn er ihn an Wissen und Können übertroffen hat.

Es gibt Schüler, die auf der Suche nach dem perfekten Meister sind. Da dieser nicht zu finden ist, weil wir alle Fehler begehen, wird diese Suche erfolglos bleiben. Er wird sein Leben lang enttäuscht sein.

Ein Lehrer lernt oft von seinen Schülern, aber der Schüler sollte nie versuchen, seinen Lehrer zu belehren.

Thorsten Schmidt, Shidoshi, Eberswalde am 16. August 2010



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